Eine unphysiologische Zungenruhelage bzw. ein falsches Schluckmuster liegt vor, wenn sich die Zunge in Ruhe oder beim Schlucken an oder zwischen den Zähnen befindet bzw. gegen diese drückt.
Die physiologische Zungenruhelage bzw. die korrekte Schluckposition hingegen ist am Gaumen – ohne Kontakt zu den Zähnen.
Mögliche Ursachen sind unter anderem ein länger andauernder Schnullergebrauch oder Daumenlutschen, ein verkürztes Zungenband, Mundatmung sowie genetische Faktoren.
Unbehandelt kann eine unphysiologische Zungenruhelage bzw. ein falsches Schluckmuster verschiedene Auswirkungen haben. Dazu zählen unter anderem Zahnfehlstellungen wie ein offener Biss oder Kreuzbiss sowie ein zu schmal entwickelter Oberkiefer.
Auch die Aussprache kann betroffen sein, zum Beispiel durch Lispeln oder eine undeutliche Artikulation.
Darüber hinaus kann es zu ungünstigen Atemmustern (z. B. Mundatmung) kommen, die die gesamte Entwicklung von Kiefer und Gesicht beeinflussen können.
Zu Beginn erfolgt eine ausführliche Diagnostik, um die individuellen Ursachen und Ausprägungen genau zu erfassen.
Im weiteren Verlauf arbeite ich mit dem SZET-Konzept (Schlucken und Zungenruhelage effizient therapieren). Dabei werden die korrekte Zungenruhelage und ein physiologisches Schluckmuster Schritt für Schritt erarbeitet und im Alltag gefestigt.
Ein wichtiger Bestandteil der Therapie ist zudem das Erkennen und konsequente Abtrainieren ungünstiger Gewohnheiten (Habits), wie z. B. häufiges Lippenablecken oder Kauen mit geöffnetem Mund.
Für den Therapieerfolg ist die aktive Mitarbeit entscheidend: Regelmäßige Übungen im Alltag unterstützen die Automatisierung und tragen maßgeblich zu einem nachhaltigen Ergebnis bei.
Ein verkürztes Zungenband ist behandlungsbedürftig, wenn es zu funktionellen Einschränkungen der Zungenbeweglichkeit führt – zum Beispiel, wenn die Zunge die physiologische Zungenruhelage am Gaumen nicht einnehmen kann.
Häufig treten zusätzlich Begleitsymptome auf, wie z. B. Schnarchen, Zähneknirschen, Mundatmung, Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich oder häufiges Verschlucken.
Bestätigt sich der Verdacht durch eine entsprechende ärztliche Diagnostik, kann eine Lösung des Zungenbandes sinnvoll sein. Entscheidend ist dabei die logopädische Begleitung – sowohl zur Vorbereitung als auch zur Nachbehandlung –, um die neu gewonnene Beweglichkeit funktionell zu nutzen und langfristig zu stabilisieren.